Geschichte

Quer durch Escholzmatt - Volkssporttage / Rückblick auf die ersten 25 Jahre

 

Diese zwei Veranstaltungen haben die jüngere Geschichte des Vereins dominiert. Beide entsprachen auch ganz den damaligen Zielen des SKTSV, vor allem den Breitensport und nicht den Spitzensport zu fördern. Mit dem Quer und den Volkssporttagen schuf der KTV St. Georg zwei Anlässe, die viele Einwohner der Gemeinde zu sportlichem Tun animierten.

 

Dieser Staffellauf wurde im Oktober 1973 zum ersten Mal durchgeführt. Start und Ziel waren bei der Holzhütte, die Strecke führte über Krummenegg - Möösli ins Ebnet und über Wildenfeld - Bühlwald zurück zum Ziel. Die Mannschaften der verschiedenen Kategorien bestanden aus vier Läufern, von denen jeder eine Distanz zwischen 400 m und 2500 m zurücklegen musste. Die Schülerkategorien bestritten einen Einzellauf, je nach Alter zwischen 1000 m und 1600 m.


Während sich am Anfang noch die Skiklubs und Turnvereine mit Hobbysportlern massen, weitete sich der Anlass rasch aus und gewann auch im Veranstaltungskalender der Läufer von grossen Vereinen einen festen Platz. So duellierten sich beim Quer 1980 Vereine wie der STV Bern, Länggasse Bern, STV Luzern, BTV Luzern und LR Gettnau mit den Aktiven des KTV Escholzmatt. Durch das Erscheinen dieser Grossvereine zogen sich aber die Sportler der näheren Umgebung mehr und mehr zurück, da sie gegen die Spezialisten aus den grossen Vereinen zum vornherein auf verlorenem Posten standen. Beim 9. Quer 1981 gewann bei den Aktiven der BTV Luzern vor dem KTV St. Georg, während bei den Junioren und Damen die LR Gettnau siegte. Da die Beteiligung aber erneut zurückging, musste der Vorstand über die Bücher. Man beschloss, das Quer zum zehnten und letzten Mal nochmals gross aufzuziehen. Dank grosszügigen Spenden konnten schöne Medaillen mit dem Sujet des Verkehrsvereinsstempels gekauft werden. Tatsächlich nahmen am 10. Oktober 1982 gegen 200 Läuferinnen und Läufer am Quer teil. Trotz dieses Teilnehmerrekords beschloss man im KTV St. Georg, das Quer durch Escholzmatt künftig wegzulassen, da Form und Datum nicht mehr dem Bedürfnis vieler Sportler entsprachen.

 

Es brauchte mehr als einen Anlauf, bis im Jahre 1975 der KTV St. Georg die Volkssporttage Escholzmatt aus der Taufe heben konnte. Als einer der ersten Vereine der Schweiz organisierte der KTV eine wirkliche Sport für-alle-Veranstaltung, bei der vom kleinen Knirps bis zum Altersturnen jedermann zu sportlichem Tun animiert wurde. An den beiden Tagen im Juni 1975 nahmen etwa 300 Aktive an den Volkssporttagen teil und gestalteten den Anlass sowohl in sportlicher wie in finanzieller Hinsicht erfolgreich. Das gab Mut für eine Wiederholung. Das gleiche OK unter OK-Präsident Anton Kaufmann bereitete auch die 2. Volkssporttage am 11./12. September 1976 vor. Am Samstag absolvierten die Schüler ihre Leichtathletikwettkämpfe, am Abend wurde ein Tanzanlass organisiert, am Sonntagmorgen testeten die Erwachsenen ihre wettkampftüchtigkeit und am Nachmittag fanden schliesslich die publikumswirksamen Rahmenwettkämpfe statt. So spielte zum ersten Mal eine Schülerauswahl gegen die Lehrer, es wurde Faustball gespielt, Reigen dargeboten, Stein gestossen, die schnellsten Escholzmatterinnen und Escholzmatter (Annemarie Fankhauser und Beat Schöpfer) erkoren. Wie gut dieser Anlass bei der Bevölkerung Anklang fand, zeigen die bereits über 500 aktiven Teilnehmer im Jahr 1977.


Am 23./24. September 1978 wurden die 4. Volkssporttage organisiert. Erstmals stand der Escholzmatter-Stein im Einsatz, erstmals auch traten die Canadien-Boys zum Wettkampf gegen den Gasschutz an. Für Familien wurde eine Wanderung auf den Bock organisiert.


Unter der Leitung von Pius Engel wurden die 5. Volkssporttage vom 16./17. Juni 1979 durchgeführt. Neu wurden ein Sie-und-Er-Wettkampf sowie die Quartierwettkämpfe ins Programm aufgenommen. Neu im Programm war auch der Regen. Die Rahmenwettkämpfe mussten um eine Woche verschoben werden.
Das gleiche Schicksal ereilte die Organisatoren auch 1980. Auch 1981 war der Wettergott dem KTV nicht gut gesinnt. Durch den Erweiterungsbau der Schulanlage Windbühlmatte wurde nur das Rahmenprogramm auf dem Pfarrmattenplatz durchgeführt. Die Festwirtschaft musste in die Turnhalle verlegt werden.
1982 musste noch einmal auf den Pfarrmattenplatz ausgewichen werden. Endlich schien wieder einmal die Sonne, die auch 1983 den Anlass ( diesmal auf dem neuen Schulhausplatz) zu einem vollen Erfolg werden liess. Als neue Attraktion zeigten sich die Guggenmusik Rattenschwänz und die Hockeypläuschler in einem Besenhockeymatch.


An den 10. Volkssporttagen 1984 musste das Sonntagsprogramm auf den 26. August verschoben werden. Mit einem originellen, selbst angefertigten Velo wurde ein neuer Wettkampf eingeführt, ebenso kam das Grasskiwandern ins Rahmenprogramm. Die 11.Volkssporttage erlebten einen negativen Wetterrekord. Der Anlass konnte nämlich erst nach zweimaligem Verschieben am 8. September durchgeführt werden.


1986 wurden dafür die Wettkämpfe vom Wetterglück begünstigt. Erstmals wurde beim Steinstossen um einen Pokal gekämpft, auch eine Tombola vermochte viele Besucher anzuziehen. Die Canadien-Boys veranstalteten zu ihrem 10. Geburtstag einen Ballonwettbewerb. Alles in allem ein tolles Fest bei herrlichem Wetter. Die Strafe folgte aber auf dem Fuss. Bereits die 13. Austragung musste wegen des schlechten Wetters wieder zweimal verschoben werden. Dadurch konnte auch das erstmals bestellte Spielfestmaterial nicht eingesetzt werden.


1988 wie auch 1989 verliefen die Volkssporttage bei schönem Wetter problemlos.

 

Im Jahre 1990 konnte der KTV St. Georg seinen 50. Geburtstag feiern.


Anstelle der Volkssporttage führte der jubilierende Verein den Final um den "Schnellsten Entlebucher" durch. Dieser samstagnachmittägliche Anlass war verbunden mit einem grossen Spielfest. Am Sonntag, 1. Juli, wurde im Festgottesdienst die neue Vereinsfahne geweiht. Aus diesem Grund wurde auf die Durchführung der Volkssporttage verzichtet.


Die 16. Auflage der Volkssporttage fand am 1. und 2. Juni 1991 statt.
Das Organisationskomitee hatte die leidige Verschieberei des schlechten Wetters wegen endgültig satt und mietete für die Festwirtschaft das Rundzelt des Jodlerchörli, Lehn. Auch wurde der 1000-Meter Lauf, rund um den Alpach, wieder neu belebt. Auf Anhieb machten über 60 Jugendliche mit. Aus Anlass des 700 Jahr-Jubiläums der Eidgenossenschaft wurde Tell's Apfelschuss angeboten. Wer es schaffte, mit der Armbrust den Apfel von Walterlis Kopf zu schiessen, konnte einen Apfel als Preis entgegennehmen. Vom extra eingerichteten Wahlstudio vernahmen die Zuschauer die aktuellsten Resultate der Gemeinderatswahlen.

 

Am Wochenende des 13. und 14. Juni 1992 fanden die 17. Volkssporttage statt. Mit der Jodlerstafette zwischen dem Jodlerchörli Lehn und den Kirchenmusiken von Escholzmatt und Wiggen wurden die Zuschauer auf den Jahrhundertanlass "Zentralschweiz. Jodlerfest" eingestimmt.


1993 fanden die 18. Volkssporttage wiederum am 2. Juni-Wochenende statt. Die grösste Attraktion war die Guillotine. Für den Steinstosswettkampf sponserte Franz Schmid, Landmaschinen, den Siegerpokal. Die Trophäe mit dem Miniatur-Stein konstruierte er gleich selber. Der glückliche Gewinner war der Schweizermeister Ruedi Muri aus Ruswil.


Der 4.und 5. Juni 1994 waren der 19. Austragungstermin für die Volkssporttage. Zum ersten Mal wurde für die Kinder im Vorschulalter eine separate Wertung durchgeführt. Mit 40 Teilnehmern zeigte sich klar, dass eine Bedürfnislücke geschlossen werden konnte. Viel zu lachen gab es beim Ballonknallen und beim Seitenwagenrennen. Die grosse Attraktion war der Raiffeisen-Cup. Auf einem fest auf Rollen montierten Velo mussten 500 Meter zurückgelegt werden.

 

Nicht gerade Jubiläumswetter war uns an der 20. Auflage vom 10. und 11. Juni 1995 beschieden. Trotz regnerischem Wetter benützten über 500 Teilnehmer das vielfältige Wettkampfangebot, um ihre körperliche Leistungsfähigkeit zu testen. Die Springburg "Tartelett" konnte der widerlichen Wetterbedingungen wegen nur kurz eingesetzt werden. Franz Glanzmann spendete einen wertvollen Bergkristall als Wanderpreis für die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler. Das Rennen mit dem Rasentrotinette gewann die Kirchenmusik vor dem STV und den Jungschränzern. Eine besondere Augenweide war der "DJ-Bobo-Dance" der Jugiriege und die "Saturday-Night"Aufführung der Damenriege.


21. Volkssporttage vom 8. und 9. Juni 1996: Wieder einmal herrliches Wetter und warme Temperaturen. Das traditionelle Rahmenprogramm zog wieder viel einheimisches Publikum auf den Festplatz.


Langsam werden die Volkssporttage ihren Ruf als Schlechtwetterveranstaltung los, denn am Wochenende vom 7. und 8. Juni 1997 konnten sie bei herrlichem Wetter durchgeführt werden. Viel Spass erlebten die Kinder am grossen Spielfest. Der grosse Renner war die SAC-Kletterwand. Die acht Meter hohe Wand war das ganze Wochenende bestens ausgelastet. Als Neuigkeit wurde das Nagelschuhwerfen anstelle des Steinstossens ins Programm aufgenommen. Beim Nagelschuhwerfen geht es darum, einen mindestens 1,2 Kilogramm schweren Nagelschuh mit dem Fuss möglichst weit fort zu schleudern.


23. Volkssporttage vom 13. und 14. Juni 1998: Der Alpachlauf erfreut sich bei den Jugendlichen immer grösserer Beliebtheit. Gegen 90 Schüler beteiligten sich am 1000-Meter Lauf rund um den Alpach. Das Seniorenturnen ist für die Älteren jedesmal ein gesellschaftlicher Anlass. Erstmals wurde unter der Regie von Hans Abbühl ein InlineSkate-Wettlauf ins Programm aufgenommen. Rund 50 Teilnehmer testeten ihr Können auf dem Sprint-Parcours.
Besonders originell waren am Sonntagnachmittag die Schmetterlingsjagd und das Gemsrennen.


Die 24. Escholzmatter Volkssporttage vom 12. und 13. Juni 1999 waren geprägt von herrlichem Sommerwetter und einem neuen Teilnehmerrekord. Gelungen waren die verschiedenen Aktionen und Wettkämpfe in Zusammenarbeit mit der "pro juventute", Bezirk Entlebuch, zum Thema "Generationen begegnen sich". Der Familienlauf fand guten Anklang und mit grossem Eifer wurde um die "Huseggä" von Escholzmatt gerannt. Auch am Generationen~ Hindernislauf ~ wurde mit Begeisterung mitgemacht. Eine Mannschaft bestand aus drei Teilnehmern, die alle, verschiedenen Generationen angehören mussten. Das Spielfest war für die Kinder das Grösste. Wer vom Wettkampf noch nicht müde war, konnte sich auf der "pj-Gummimarke" noch richtig austoben. Ein Kampf um die Porzellanteller setzte sich beim Teller-Frisbee ab. Als Sieger ging verdientermassen der Kirchenchor hervor, dank dem tollen Einsatz von Tenor Simon Strebel. Beim Wettkampf um die Erdgas-Pipeline liess sich Der Atemschutz einiges einfallen. Doch die originelle Idee brachte keinen Nutzen, denn die Bäichle-Trychler retteten trotzdem mehr Wasser ins Trockene. Eine gelungene Hauptprobe zeigten die STV-Damen mit ihrer Gymnastikvorführung. Das Schlussbouquet bildete der Ballon-Wettbewerb für Gross und Klein. Kurz vor der Rangverkündigung wurden über 400 bunte Ballone miteinander gestartet.

 

Mit den Volkssporttagen wurde vor 25 Jahren ein Kind geboren. Von Beginn an bildete sich das Organisationskomitee aus den Mitgliedern des TV St. Georg. Mit Leuten, die den Aufwand an zeitlichen und finanziellen Opfern nicht mit Gegenleistungen verrechnet sehen wollen.


Das Konzept hat sich bewährt. Von Anfang an wollte man unserer Bevölkerung die Gelegenheit bieten, sich sportlich zu betätigen. Für die Jugendlichen ist der Samstagnachmittag reserviert, für die Erwachsenen der Sonntagmorgen. Am Sonntagnachmittag stehen die Rahmenwettkämpfe auf dem Programm, an denen die Dorfvereine in unterhaltsamen Spielen gegeneinander antreten. Spiele, bei denen es nicht ums Gewinnen geht, sondern um Spass und Begegnungen.

 

Für die heutige Generation ist es eine vornehme Pflicht gegenüber den Pionieren der Gründungszeit, aber auch gegenüber der Bevölkerung und nicht zuletzt zugunsten des gesellschaftlichen Lebens in Escholzmatt die 25jährige Tradition weiterzuführen.